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Über ISCAR

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INTERNATIONALE GESELLSCHAFT FÜR KULTUR- & TÄTIGKEITSFORSCHUNG

Ziele

Die International Society for Cultural and Activity Research (ISCAR) ist eine wissenschaftliche Gesellschaft, gerichtet auf

  • den Ausbau von multidisziplinärer theoretischer und empirischer Forschung im Bereich gesellschaftlicher, kultureller und historischer Dimensionen menschlicher Praxis sowie
  • die Förderung der wechselseitigen wissenschaftlichen Kommunikation und Forschungskooperation ihrer Mitglieder.

ISCAR Schwerpunkte

Erste Schritte

ISCAR wurde offiziell im Juni 2002 als Folge eines Beschlusses gegründet, zwei bereits existierende Organisationen zu integrieren — die International Society for Cultural Research and Activity Theory (ISCRAT) und die Conference for Sociocultural Research. Beide bezweckten eine Unterstützung der wissenschaftlichen Kommunikation über verschiedene Aspekte des soziokulturellen bzw. kulturhistorischen und des tätigkeitstheoretischen Ansatzes. Diese Organisationen gingen aus Konferenzen und Aktivitäten hervor, die ursprünglich und unabhängig voneinander in den frühen 1980ern begannen und sich zu vierjährlich stattfinden Kongressen entwickelten (fünf ISCRAT Kongresse von 1986 bis 2002, und drei Konferenzen für soziokulturelle Forschung von 1992 bis 2000). Sie wurden von WissenschaftlerInnen aus fünf Kontinenten besucht.

ISCAR würdigt und respektiert diese verschiedenen Ursprünge und Interessen und stellt die Voraussetzungen dafür sicher, dass sie innerhalb der Gesellschaft weiterhin zum Ausdruck kommen können.

Der primäre Bezugsrahmen

Der primäre Bezugsrahmen, der ursprünglich WissenschaftlerInnen verschiedener Disziplinen in ISCAR zusammenbrachte, war das Interesse an einem entsprechenden Zusammenhang von psychologisch orientierten theoretischen Perspektiven, die zum ersten Mal in den 1920ern und 1930ern von Wissenschaftlern wie L.S. Vygotsky, A.N. Leontiev, A.R. Luria, M. M. Bakhtin and S.L. Rubinshtein formuliert worden sind. Die internationale Aufmerksamkeit der WissenschaftlerInnen für diese Perspektiven begann in den 1960ern, insbesondere in der Psychologie, der Erziehungswissenschaft und der Linguistik. Konsequenterweise wuchs auch das Interesse von an kollektiver Praxis interessierten ForscherInnen aus zahlreichen anderen Disziplinen der Sozial- und Humanwissenschaften wie auch der Philosophie.

Ein gemeinsamer Bezugspunkt

Ein gemeinsamer Bezugspunkt der meisten, wenn auch nicht allen, von ISCAR- Mitgliedern durchgeführten Forschungsarbeiten liegt in der Konzentration auf das Studium spezifischer kultureller Praxen und/oder der Entstehung und Entwicklung psychischer Prozesse, sofern Praxis und Prozesse als historisch und sozial entwickelt verstanden werden. Diese sind vermittelt durch den Gebrauch von Werkzeugen und Zeichen und konstruiert durch die Teilnahme an Praxen. Die Untersuchungen richten sich dabei sowohl auf individuelle als auch soziale Aspekte.

Kontinuierliche Themen

Ein wichtiges kontinuierliches Thema in der Entwicklung der theoretischen Tradition ist das Verhältnis zwischen Theorie und Praxis. Dieses Interesse entsteht zum einen aus der allgemeinen theoretischen Perspektive, über einen Forschungsansatz zu verfügen, der zur Verbesserung der gesellschaftlichen Praxis beitragen kann. Zum anderen liegt es in der epistemologischen Auffassung begründet, dass psychologisch orientierte Theorien im Verhältnis zu der Praxis entwickelt werden müssen, in der sich Menschen engagieren.

Ein damit verwandtes, vielen empirischen Studien gemeinsames Bestreben liegt darin, die Mikroanalyse spezieller Praxen mit einer soziohistorischen und grundlegenden theoretischen Problematisierung zu verbinden.

Ein weiteres Interesse einiger ISCARMitglieder verbindet sich mit der Erforschung der wichtigsten philosophischen Traditionen, die das kulturhistorische Studium der Praxis unterstützen. Das schließt die dialektische Logik und den Historischen Materialismus von Hegel bzw. Marx ein, auf die die ursprünglichen philosophischen Traditionen ausgerichtet waren. Andererseits arbeiten viele aber auch mit Begriffen, Grundlagen und Methoden des Pragmatismus oder der narrativen, poststrukturalistischen und existentialistischen Philosophie.

Kurz: Heute trifft man eine Vielfalt theoretischer, praktischer und philosophischer Richtungen unter ISCAR- Mitgliedern an.

Einige besonders interessante Themen betreffen:

  • Bedingungen und Kontexte des Lernens inBildungsinstitutionen und außerhalb,
  • Herstellung und Gebrauch von technischen Werkzeugen im Zusammenhang von Arbeit und Erziehungspraxis,
  • Bedingungen und Charakteristik von Arbeitsverfahren und/oder ihre Transformation und Entwicklung,
  • Formen von Kollektivität, Gemeinschaft und Mitwirkung,
  • kulturelle Vielfalt und Prozesse der Inklusion und Exklusion,
  • Identitätsbildung in unterschiedlichen kulturellen Kontexten,
  • Kinderspiel und der Übergang zum Schulunterricht,
  • Bedingungen und Inhalte von Schule und Unterricht für unterschiedliche Gruppen (kulturelle Minoritäten, atypische körperliche oder psychologische Entwicklung) und Sachgebiete,
  • die Rolle von Kommunikation und Dialog für die Sinnbildung in Arbeit, Spiel, Familie und Schule,
  • die Beziehung zwischen Selbst und Kultur aus historischer Perspektive,
  • das kollektive Gedächtnis.

Kommunikation der ISCAR Mitglieder

  • Mehrmals im Jahr wird ein elektronischer Newsletter an alle Mitglieder verschickt.
  • Überall in der Welt sind ISCAR Sektionen gegründet worden. Diese Sektionen verfügen meist über ihre eigenen Websites und organisieren zum Teil auch ihre eigenen Tagungen, PhD-Kurse und verwandte Aktivitäten.
  • Sektionen mit spezifischen regionalen Interessen findet man unter: www.iscar.org/section/
  • Die Webseite der Deutschen- Niederländischen Sektion ist: http://iscarde.wordpress.com/
  • Ein zentrales Portal wird gerade aufgebaut, vgl.: www.iscar.org
  • Besuchen Sie auch das interaktive ICHS ejournal: http://www.ichsciences.de/index.php?id=83&L=1

Wie wird man ISCAR Mitglied?

ISCAR heißt alle WissenschaftlerInnen willkommen, die sich für den Forschungsschwerpunkt der Gesellschaft interessieren: Dies betrifft insbesondere die theoretische und empirische Forschung zu gesellschaftlichen, kulturellen und historischen Dimensionen menschlicher Praxis. Zur Zeit stammen die ISCARMitglieder aus zahlreichen Disziplinen, die sich für das Studium der menschlichen Entwicklung und der gesellschaftlichen Praxis interessieren wie z.B. Psychologie, Erziehungswissenschaft, Philosophie, Geschichte, Soziologie, Linguistik, Anthropologie, Arbeitswissenschaft, Computer wissenschaft, Informationswissenschaft, Wissensmanagement, klinische Neuropsychologie und Rehabilitation, Beschäftigungstherapie, Kriminologie, und Sozialarbeit. Besuchen Sie www.iscar.org und werden Sie Mitglied!

Vorteile einer ISCAR-Mitgliedschaft

ISCAR bietet seinen Mitgliedern eine Reihe von Vorteilen, z.B. verbilligte Subskriptionspreise für die Zeitschriften Mind, Culture, und Activity, Culture & Psychology, Cultural-Historical Psychology, Critical Practice Studies — Outlines, Nordiske Udkast, Ethos, sowie Journal of Intercultural Communication Research.

Außerdem gibt es Nachlässe auf viele Bücher von Verlagen wie Aarhus University Press, Cambridge University Press und Lehmanns Media Berlin sowie reduzierte Kongressgebühren für Mitglieder, die an ISCAR Kongressen teilnehmen.

Vor allem aber: Mit Hilfe des Newsletters und der Sektionen ist es möglich, sowohl über die neuesten Ereignisse und Entwicklungen informiert zu bleiben als auch KollegInnen mit ähnlichen Interessen zu finden.

ISCAR Internationaler Kongress

ISCAR unterstützt die Organisation eines alle drei Jahre stattfindenden internationalen Kongresses zum Zweck der Präsentation von Forschungen im Bereich der Ziele und Interessen der Gesellschaft. Der erste Kongress startete in Sevilla, vom 20.-24. September 2005. Der zweite fand statt in La Jolla (San Diego, USA), vom 9.- 13. September 2008. Der dritte ist 2011 in Rom geplant.